„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römerbrief 12,21)

Es hat mich etwas Überwindung gekostet, o ja. Nach längerer Zeit wieder das Geschäft zu betreten, wo ich früher oft und sehr gerne gewesen bin. Mit der ganzen Familie waren wir da bekannt. Immer gab es einen netten Schnack mit dem Chef. Und dann war mal etwas vorgefallen. Eine unserer Töchter war dort nicht so nett behandelt worden. So empfanden zumindest wir sicher sehr parteiischen Eltern es, als unsere Tochter uns daheim die Sachlage schilderte. Und es war Funkstille. Wir mieden das Geschäft. Familiäre Solidarität nennt man so etwas wohl. Aber irgendwann dachte ich: Ach, das ist jetzt eine Weile her.

Es war doch immer schön dort gewesen. Wir haben uns wohlgefühlt. Man muss doch nicht ewig nachtragend sein. Und ich ging mal wieder hin. Das erste Mal nach längerer Zeit. Mein Herz klopfte schon etwas schneller. Ich trat ein, grüßte betont freundlich. Der Chef stand gerade an der Seite, im Gespräch mit einem Kunden vertieft. Er sah auf, sah mich – keine Reaktion. Ich sah mich um. Wartete. Tätigte einen Einkauf. Bezahlte bei einer der Angestellten. Der Chef sah nicht mehr auf. Ich verließ den Laden. Bisschen enttäuscht war ich schon. „Gut, dann gehen wir da eben nicht wieder hin“, war der erste trotzige Gedanke. Es ist im Leben oft gar nicht so leicht, Böses oder das, was wir gerade als böse, ungerecht, unfair empfinden – mit Gutem zu überwinden! Was könnt ihr für Geschichten erzählen? Morgen ist dieser Vers und der Zusammenhang aus der Bibel Predigttext – herzliche Einladung nach Neugalmsbüll um 9.30 Uhr oder Braderup um 11.00 Uhr!

Bleibt behütet – und versucht es immer wieder im Guten! Euer Pastor Gerald